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Gustavo Santaolalla - Ein Traum wiederholt sich
07.03.2007

santaolallaKaum jemanden in Europa wird der Name Gustavo Santaolalla ein Begriff sein. Aber Millionen Menschen kennen seine Musik!  Der aus Buenos Aires stammende Argentinier ist der erfolgreichste Soundtrack - Komponist Lateinamerikas. Vor wenigen Tagen wurde  dem 54- jährigen der OSCAR verliehen!  Am Donnerstag wird er nun auch in seiner Heimat  für seine facettenreiche Ausnahmekarriere geehrt - auf dem 22. Filmfestival in Mar del Plata wird Santaolalla am Donnerstag mit dem GOLDENEN ASTOR ausgezeichnet.

Die Rio de la Plata- Region scheint ein Abonnement auf den Filmmusik-OSCAR zu haben: Vorvergangenen Sonntag zeichnete die Academy Gustavo Santaolalla für seinen Soundtrack zu Alejandro González Iñárritus BABEL aus - wie im Jahr zuvor schon für seine Musik zu Ang Lees Drama BROKEBACK MOUNTAIN und im Jahre 2005 den Uruguayer Jorge Drexler. Zwei OSCAR in Folge zu gewinnen ist eine Ausnahmeleistung, die vor ihm nur die Schauspieler Tom Hanks  (1994 und 1995) sowie Spencer Tracy (1937 und 1938) schafften. Dabei begann Santaolallas Karriere als Filmmusiker und -komponist erst vor wenigen Jahren. Er weist noch eine kurze Filmographie auf, die aber um so beeindruckender ist. "Seine" Regisseure sind scheinbar so zufrieden, dass sie immer wieder auf ihn zurückgreifen. Mit Michael Mann arbeitete er zweimal zusammen, mit Alejandro González  Iñárritu gar bei all dessen Filmen und trug erheblich zum Erfolg von AMORES PERROS (2000) bei. Auch Walter Salles plant ihn nach der Kooperation für THE MOTORCYCLE DIAIRES/DIE REISE DES JUNGEN CHE für sein neustes Projekt fest ein, die Verfilmung von Jack Kerouacs ON THE ROAD (Starttermin noch offen). Aber Gustavo Santaolalla macht noch mehr: bereits Ende der 60er Jahre nahm er seine ersten Platten auf, seine  Karriere als Sänger und Komponist setzte er in den 70er Jahren auch im Exil in den USA  fort. Seit einer Rückkehr nach  Argentinien im Jahr  1982 arbeitet er verstärkt als Produzent. Aber auch als Talentförder - so entdeckte er unter anderem Juanes - und als Chef eines Plattenlables beweist er ein glückliches Händchen. Seinen Oscar widmete er "Argentinien und allen Latinos". Hat sich der Trubel um seine Person erst mal wieder gelegt, will er sich erneut seinem "Lieblingskind" zuwenden, dem Bajofondo Tango Club, den er 2002 ins Leben rief; einer Formation, die Tango mit Elektronischer Musik kombiniert. Bei so viel kreativer Energie werden wir Gustavo Santaolalla schon bald auf einem Roten Teppich eines der großen Filmfestivals wiedersehen...

 

Text: SP
Bild:Página/12

 

 

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