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DER PUPPENSPIELER VON HAVANNA
02.11.2009

Am Freitag, den 6. November feiert der Spielfilm DER PUPPENSPIELER VON HAVANNA/ EL TITIRITERO DE LA HABANA im Rahmen der 51. "Nordischen Filmtage" seine Europapremiere. DER PUPPENSPIELER VON HAVANNA wurde von Wolf Hermsen auf Kuba mit  einheimischer Crew gedreht. Wir wissen relativ wenig von der kubanischen Filmindustrie, vermuten aber schwierige Produktionsbedingungen und nervenaufreibende Kämpfe mit der Zensur, wie sie Florian Borchmeyer mit seinem Film HAVANNA -  DIE NEUE KUNST, RUINEN ZU BAUEN erlebt hatte. Deshalb haben wir den Drehbuchautor und Regisseur um einen kleinen Erfahrungsbericht gebeten.

Wolf Hermsen zu den Dreharbeiten des PUPPENSPIELERS VON HAVANNA.

 

"Die Dreharbeiten hatten etwas von einem Abenteuer, aber im positiven Sinn. Wir kamen uns oft selbst wie in einem Film vor, es herrschte eine magische, märchenhafte Stimmung. Dabei hat meist alles wie am Schnürchen geklappt und wir hatten trotz der vielen Unwägbarkeiten, wie dem Wetter, abends immer alles im Kasten. Es lag wohl an der guten Disziplin und auch an der guten und dabei flexiblen Organisation.

Unsere Dreharbeiten verlangten vom Team große persönliche Aufopferung. Wir standen meist gegen sechs Uhr morgens auf und drehten bis in die Abendstunden. Mittags gab es oft eine Pause wegen der großen Hitze und des steilen Sonnenstandes, der sich ungünstig auf die Kameraarbeit auswirkt. Der Film wurde mit sehr einfachen Mitteln produziert.  Von Luxus wie klimatisierten Wagen und edlem Catering wie in Deutschland konnten wir nur träumen. Dafür gab es immer einen Freund oder Bekannten in der Nähe, bei dem man sich eine halbe Stunde zum Ausruhen aufs Sofa setzen konnte. Und wenn es den nicht gab, schloss man eben schnell Freundschaft. Lob und Preis der kubanischen Gastfreundlichkeit!

Äußerst professionell war der Arbeitseinsatz aller Beteiligten. Von Eitelkeit und Wichtigtuerei war wenig zu merken, alles ging sehr kollegial von statten, wenn man einmal von gelegentlicher Unpünktlichkeit absieht. Typisch für die Kubaner ist die hochentwickelte Fähigkeit zur Improvisation. Wenn irgendetwas abbricht, umfällt oder durchschmort, gibt es sofort irgendeinen Trick, es wieder festzuhämmern, zu kleben oder zu umwickeln."

 

Lesen Sie auch den zweiten Teil des Erfahrungsberichtes von Wolf Hermsen 

 

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