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EL 5 DE TALLERES
30.10.2014
Die 7. Ausgabe der Filmreihe KINO LATINO KÖLN wurde mit dem Film EL 5 DE TOLLERES (Arg/Ur/NL/D 2014) eröffnet.
Es gibt noch eine weitere Gelegenheit den neuen Film von Adrián Biniez zu sehen.
Wer einen reinen Fußball-Film sehen will, wird etwas enttäuscht sein. Nur wenige Szenen spielen sich direkt auf dem Platz ab. 
Vielleicht ist das aber auch gut so - die meisten Spielfilme über unseren Lieblingssport sind schlicht und einfach grauenhaft (vielleicht kann sich der ein oder andere Leser an John Hustons FLUCHT ODER SIEG mit Michael Caine und Sylvester Stallone als Kicker an der Seite eines alternden Pelé erinnern). 
EL 5 DE TALLERES ist vielmehr ein hervorragend gespielter Beziehungsfilm. Der Fußball ist aber mehr als nur Staffage. 
Nachdem Patón Bonasiolle, der Mannschaftskapitän und Mittelfeldspieler der "Tolleres de Escalada" vom Platz verwiesen wurde, begreift er, dass seine Karriere als Fußballer vorbei ist. Sein ganzes Leben hat er für den halbprofessionellen Provinzclub gespielt, doch wurde er weder berühmt noch reich. Gemeinsam mit seiner Frau will "El 5", einen Neustart wagen. Patin muss jedoch erst akzeptieren, dass dieser Neuanfang auch das Ende seiner Jugend bedeutet. Er fällt in eine Krise. Was will er in Zukunft machen? Was kann er überhaupt? 
 
Adrián Biniez' Erstlingsfilm GIGANTE wurde vor 5 Jahren auf der Berlinale gezeigt. Der aus Argentinien stammende und in Uruguay lebende Regisseur erzählte eine leise Komödie über einen Wachmann in einem Supermarkt, der sich in eine andere Angestellte verliebt, aber nicht weiß, wie er sie ansprechen soll. GIGANTE zeigte in langen, durchkomponierten Einstellungen das nächtliche Montevideo. 
Mit der Rückkehr in seine Heimat schraubte Biniez für seinen zweiten Film zwar das Tempo ein wenig herauf, die Aufnahmen wirken spontaner, improvisierter. Dennoch hatte der Regisseur schon bei dem Dreh von GIGANTE  einen eigenen Stil entwickelt hat, den er auch in EL 5 DE TALLERES in groben Zügen wieder aufnimmt.
 
Während GIGANTE fast ein Stummfilm ist, lebt EL 5 DE TALLERES von den Dialogen zwischen den Protagonisten Patón und seiner Frau Ale in bestem Lunfardo - der Umgangssprache in Buenos Aires. Der Regisseur zeigt ein Milieu in dem er sich auskennt. Denn er baute die Biographie von Freunden und Bekannten in den Film ein, erzählt Anekdoten aus eigenem Erfahrungsschatz.
Die Existenzkrise, die Patón durchlebt, belastet auch die Ehe von Patón und Ale, aber es entwickelt sich kein Beziehungsdrama daraus. Auch gibt es kein kitschiges Happyend. 
Biniez zeigt das Paar als Team, deren Beziehung seine Höhen und Tiefen hat.
 
EL 5 DE TALLERES ist auch ein Film über die Kunst, Entscheidungen zu treffen.
Die Protagonisten fassen für sich selbst einen Entschluss, wollen ihn aber noch überdenken, was Konsequenzen hat, bis sie eine Entscheidung treffen, die die Handlung wieder in eine andere Richtung lenkt.
 
Was ist das Besondere an dem Film?
Es ist sicherlich das hervorragende Spiel der beiden Hauptdarsteller Esteban Lamothe und Julieta Zylberberg. Sie bilden ein großartiges Team. Ihr Spiel wirkt auch sicherlich dadurch so realistisch, weil sie auch in der Realität ein Paar sind.
 
EL 5 DE TALLERES ist ein sehr sehenswerter Film, der am 4.11.2014, 21 Uhr, im Rahmen der KINO LATINO-Reihe noch einmal wiederholt wird. 
 
Einen schönen Moment für alle lokalen Fußballfans gibt es auch noch im Film  In einer Selbsthilfegruppe für ehemalige Fußballer und Trainer der Patón (einmal und nie wieder) beiwohnt, erzählt ein Teilnehmer dem anwesenden Psychologen von seiner traumatischen Entlassung als Trainer in der Halbzeitpause. 
Biniez baute diese Szene mit ein, nachdem der deutsche Co-Produzent dem Regisseur von der spektakulären Trainerentlassung vom damaligen Fortuna Köln-Trainer Harald "Toni" Schumacher durch den Vereinspräsident- und mäzen Jean Löring erzählte: nachdem der kleine Kölner Club 1999/2000 in einem wichtigen Spiel gegen den Abstieg eine unterirdische Leistung geboten hatte, stürmte Löring zur Halbzeit die Kabine und entließ den ehemaligen Nationaltorwart Schumacher mit den Worten "Hau app in de Eiffel. Du määs minge Verein kapott. Du häss he nix mie zu sare, du Wichser" aus dem Traineramt und coachte nach der Pause das Team selbst. Im Gegensatz zum Protagonisten im Film, scheint Schumacher dieses Trauma aber überwunden zu haben. 
 
 
 
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